Nachstar – was ist das?
Bei der Operation des grauen Stars wird die Linse nicht als Ganzes, sondern nur der Inhalt der Linsenkapsel entfernt.
Bildlich ausgedrückt:
Die Linse kann mit einer Pfanne, die mit einem Deckel verschlossen ist, verglichen werden. Bei
der Operation des grauen Stars wird der Pfannendeckel entfernt, dann der ganze Pfanneninhalt
(trübes Linsenmaterial) entfernt. Dann bleibt die leere Pfanne zurück. In diese geleerte Pfanne
wird die neue künstliche und klare Linse eingebracht und fixiert. Da auch der Pfannenboden
durchsichtig und klar transparent ist, besteht wieder eine gute Sehschärfe.

Auge nach Operation mit künstlicher Linse
Nun ist es so, dass bei vielen, besonders jüngeren Patienten trotz allem noch eine gewisse
Stoffwechselaktivität besteht, indem sich mit der Zeit wieder einige Zellen mit Linsenmaterial
neu bilden und auf der Kapsel (Pfannenboden) auflagern können. Dies kann zu einer langsamen
Eintrübung der Kapsel und deren Verlust an Transparenz führen. Dies wirkt sich so aus, dass
der Patient wieder schlechte – wie durch einen Nebel – sieht. Dieses Phänomen bezeichnen wir als
Nachstar.

Eintrübung der Kapsel
Behandlung des Nachstars
Mit der Verwendung eines speziellen Lasers (Yag-Laser) wird im Zentrum der Kapsel, genauer gesagt in der optischen Achse, eine Öffnung geschaffen, ohne dass der Rest der Kapsel und damit die Halterung der implantierten Linse geschädigt wird. Dadurch wird wieder eine volle Transparenz in der Sehachse und eine gute Sehschärfe erreicht.
Ist die Behandlung des Nachstars schmerzhaft?
Nein, sie ist absolut schmerzfrei, dauert wenige Minuten an der Spaltlampe und benötigt keine spezielle Betäubung (nur Tropfen). Bereits wenige Stunden später ist die frühere Sehschärfe wieder erreicht.
Kann man diese Behandlung wiederholen?
Ja. In der Regel ist dies aber nicht notwendig, sofern die geschaffene Öffnung in der Kapsel gross genug ist und nicht mehr schrumpfen kann.
Muss man nach der Behandlung die Brille wieder neu anpassen?
Nein.
Tritt ein Nachstar häufig auf?
Relativ häufig (in ca. 10 – 30% der Fälle)