Übersicht: Artisan-/Artiflex-Linse (Verisyse/Veriflex)

Auf dem Gebiet der Implantation von Artisan-Linsen gehört unsere Tagesklinik zu den Zentren mit weltweit grösster Erfahrung (über 3000 Implantationen seit 1996).

Wir sind in der Lage, mit hoher Verlässlichkeit abzuschätzen, welche Augen für die Implantation anatomisch geeignet sind (Platzverhältnisse). Als Basis für den definitiven Entscheid dient die eingehende Voruntersuchung in unserer Sprechstunde. Dabei werden die Patienten vollständig über alle Aspekte des eventuellen Eingriffs informiert.

Die Artisan-Linse korrigiert Fehlsichtigkeiten von +8 bis zu -25 Dioptrien. Die Linse wird nach dem Wäscheklammerprinzip im Inneren des Auges an der Iris befestigt. Es kommt zu keinen Verwachsungen. Deshalb kann sie jederzeit (auch nach Jahren) entfernt oder ausgetauscht werden. Das Verfahren ist reversibel. Es findet keine Gewebeentfernung statt. Die implantierte Linse ist von blossem Auge unsichtbar. Ohne besonderer Vorkommnisse kann sie das ganze Leben im Auge belassen werden.

Die Artiflex-Linse stellt die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Artisan-Linsen dar. Der Optikteil der Linse ist neu aus flexiblem, faltbarem Material gefertigt. Die Linse kann deshalb durch eine kleinere Öffnung als zuvor ins Innere des Auges eingeführt werden, wo sie sich wieder entfaltet.

Torische Artisan-/Artiflex-Linsen sind Spezialanfertigungen, welche zusätzlich zur der sphärischen Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit,Weitsichtigkeit) auch die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigieren.

Nomenklatur: Neben der Bezeichnung Artisan-/Artiflex-Linse gibt es die gleiche Linse auch unter den Namen Verisyse/Veriflex (Vertriebsfirma AMO). Der ursprüngliche Name lautete Iris-Claw-Lens.

Artisan-/Artiflex-Linse
Artisan-Linse (an der Iris fixiert), von blossem Auge nicht sichtbar.
Artisan-Linse
Artisan-Linse
Artiflex-Linse
Artiflex-Linse (Faltinstrument)

Artisan-Linse: Prinzip

  • Die Artisanlinse korrigiert Kurzsichtigkeiten (Myopie) von -2 bis zu -25 Dioptrien sowie Weitsichtigkeiten (Hyperopie) von +1.5 bis +9 dpt
  • Die Artisanlinse wird nach dem Wäscheklammerprinzip im Inneren des Auges als zusätzliche Linse an der Iris befestigt. (Zusätzlich deshalb, weil die natürliche Linse im Auge verbleibt!). Die neue Linse kann jederzeit wieder entfernt oder ausgetauscht werden.
  • Das Verfahren ist reversibel.
  • Es findet keine Gewebeentfernung statt.
  • Die implantierte Artisanlinse ist von blossem Auge unsichtbar.
  • Die implantierte Linse kann ohne besondere Vorkommnisse das ganze Leben im Auge belassen werden

Artiflex-Linse: Prinzip

Der Optikteil der Linse ist neu aus flexiblem, faltbarem Material gefertigt. Die Linse kann deshalb durch eine kleinere Öffnung als zuvor ins Innere des Auges eingeführt werden, wo sie sich wieder entfaltet.

Voraussetzung

Anatomisch geeignet für die Implantation einer Artisanlinse sind Augen mit ausreichenden Platzverhältnissen.

 

  • Kurzsichtigkeit (Myopie): Kurzsichtige Augen sind von Natur aus länger gebaut. Deshalb sind die anatomischen Voraussetzungen fast immer gegeben.
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie): Weitsichtige Augen sind von Natur aus eher kleiner und enger gebaut. Deshalb muss bei weitsichtigen Augen die Implantation häufiger abgelehnt werden.

 

Ob die Voraussetzungen gegeben sind, wird bei der Voruntersuchung anhand der Vermessung des Auges (Biometrie) festgestellt.

Ziel

Viele Leute sind ohne Brille oder Kontaktlinse invalid. Das Ziel besteht darin, sie dank der implantierten Artisanlinse von dieser Invalidität zu befreien. Am Morgen aufstehen und ohne Hilfsmittel sehen...

Artisan-Linse: Indikation

Die Artisanlinsenmethode ist speziell indiziert bei Kontaktlinsenunverträglichkeit, Problemen mit sehr starken Brillengläsern, und auch in Fällen, in denen Lasermethoden nicht in Frage kommen oder zu risikobehaftet sind.

Artiflex-Linse: Indikation

Diese Linse ist speziell geeignet für Patienten, die vor der Operation keine oder eine nur sehr geringe Hornhautverkrümmung aufweisen. Das spezielle Kantendesign vermindert das Risiko von Blenderscheinungen zusätzlich. Allgemein gelten die gleichen notwendigen Voraussetzungen wie bei der Artisan-Linse (insbesondere genügende Vorderkammertiefe).

Genauigkeit

Die Zielgenauigkeit ist sehr hoch, aber nicht hundertprozentig. Eine Abweichung von 0.0 dpt vom angestrebten Resultat kommt durchaus gelegentlich vor, kann aber nie garantiert werden. Eine gewisse Abweichung kann dadurch entstehen, dass die Abstufung von einer Linsenstärke zur nächsten bereits 0.5 dpt beträgt. Ein weiterer Ungenauigkeitsfaktor ist die Tatsache, dass bei der Berechnung der Linse die subjektive Refraktion (die Fehlsichtigkeit, die der Patient bei der Brillenbestimmung angibt) neben den anderen Messungen als Basis gilt. Es kann für die Patienten gelegentlich schwierig sein, zu entscheiden, ob die Sehschärfe mit einer leicht stärkeren oder schwächeren Korrektur etwas besser oder schlechter ist. Diese geringfügige Unsicherheit müssen sowohl der Operateur als auch der Patient akzeptieren, wenn sie sich für die operation entscheiden. Dies gilt aber ebenso für alle anderen Methoden der refraktiven Chirurgie (Laser etc)!! Als Orientierungshilfe (ohne Gewähr) möge kann dienen, dass dass eine sphärische Abweichung von mehr als 1 dpt sehr selten vorkommt (weniger als 5%) In der Praxis konnten wir feststellen, dass sehr viele operierte Patienten auf eine Brille verzichten, obwohl sie damit noch eine Idee besser sehen würden.

Eventuell auftretende Nebenwirkungen

Blendgefühl /Reflexe: Besonders nachts (wenn die Pupille grösser ist) muss je nach individuellem Pupillendurchmesser mit Reflexionen, die an der Linsenkante entstehen können, gerechnet werden. Die Erfahrung in der Praxis zeigt, dass sich die Patienten nach einigen Monaten daran gewöhnen. Tatsache ist, dass noch nie ein Patient deshalb die Entfernung der Linse gewünscht hat, obwohl dies jederzeit möglich wäre.

Komplikationen

Komplikationen treten auf, wenn die Implantation an Augen stattfindet, die für den Eingriff nicht geeignet sind. Augen, die im vorderen Anteil (Vorderkammertiefe) zu eng gebaut sind, sind nicht geeignet. Bei ungenügendem Abstand zur Hornhaut führt ein direkter Kontakt der Linse mit der Hornhaut zu einer Hornhauttrübung. Bei genügendem Abstand tritt diese Komplikation nicht auf. Deshalb ist die Voruntersuchung mit der genauen Vermessung des Auges so wichtig und eine absolute Vorbedingung.
Bei jedem intraokularen Eingriff kann es theoretisch zu Blutungen oder Infekten kommen. Da wir bisher über viele Jahre davon verschont blieben, erachten wir das Risiko als sehr gering.

Resultat

  • Alle sportlichen Tätigkeiten sind danach ungehindert möglich (u.a. Tauchen, Ski, Bob, Gleitschirm, etc.)
  • Kurze Heilungszeit
  • Kurzer Arbeitsausfall

Zusammenfassung

Die Artisan-/Artiflex-Linse kann nicht alle, aber sehr viele und schwerwiegende Probleme lösen helfen. Insbesondere im hohen Dioptrienbereich ist die Implantation der Linsen häufig die einzige Möglichkeit, um Leute von der invalidisierenden Abhängigkeit von starken Brillen oder Kontaktlinsen zu befreien, weil hier andere Methoden nicht mehr anwendbar sind.